
Monthly Archive for August, 2009
1. FC Union Berlin – FC Augsburg 1:1
Der Anpfiff dieser Sonntagsspiele kollidiert wohl zeitlich, nicht aber räumlich mit meinem Sonntagsfrühstück. Meine Kneipe hat kein Frühstück, außer Konterbier. Meine Küche hat kein SKY, bloß Himmel. Mein Stadion hätte wenigstens noch Brause und Fischbrötchen, aber da waren wir ja nicht. Man musste improvisieren. Man improvisierte. Original Neuköllner Spinatbörek und ein Glas Kaffee. Berlin sein, ohne Brunch zu sein – alles geht.
Ganz ähnlich dachte auch die ruhmreiche Mannschaft des 1. FC Union Berlin. Geheimfavorit Augsburg, pffff! Zwar hatte sich der Kommentator fest vorgenommen, die Unioner ganz unvoreingenommen in Grund und Boden zu reden -nur für Torsten Mattuschka haben sie eine Schwäche bei SKY- im Laufe des Spiels sah er sich aber zu allerhand Zugeständnissen genötigt, wechselte mehrfach die Meinung und musste bei Abpfiff zugeben, dass es ein eher glücklicher Spielausgang war; für Augsburg nämlich.

Randnotiz: Ausnehmend schönes Torwarttrikot, übrigens.
Aufgabe: Stellen Sie einen Zusammenhang zwischen Überschrift und Foto her, der die Vermutung widerlegt, bei den abgebildeten Damen handele es sich um Kampfziegen! Machen Sie darüber hinaus den fußballerischen Kontext deutlich! Sie haben 30 Minuten Zeit, und wer abschreibt, fliegt raus. Auf die Plätze, fertig, los!
Lösung: Ich google “Kampfziege”. Milan rief an. Ob ich Lust hab, Drachenbootrennen zu fotografieren. Ich google “Drachenboot”. Ich habe Lust. Ich könnte auch für das 5Ziegen-Team mitfahren, sagt Milan. Kriegsname: Kampfziegen. Ich antworte etwas ähnliches wie “öhm”. Ich wurde bei Mannschaftssportarten immer als Vorletzte ausgewählt. Nach dem dicken Jungen, aber immerhin vor dem dicken Mädchen. Das kann niemand, der bei Wasauchimmer gewinnen will, ernsthaft in Betracht ziehen. Andererseits: Drachenboot! Allein das Wort schon! Zwischen den Rennen, sagt Milan, ist auf der Wiese rumliegen, Bier trinken und grillen. Das sind nun wieder Sportarten, die ich ausgezeichnet beherrsche. Besonders liegen.
Heute um kurz nach 10 stand ich an der Regattastrecke in Berlin-Grünau und suchte Milan. Dem Manne fehlt, so glaube ich, ein Mobilfunkgerät. Einen einzelnen rotweißen Unioner unter lauter rotweiß angezogenen Unionern auszumachen, ganz ohne Telefonjoker … man hat´s einfach verlernt. Dafür wusste ich nach doppelter Geländeumrundung, wozu ich im Übermut ja gesagt hatte. Ungefähr alle Unionfanclubs waren dort, um angestiftet vom Eisernen Virus den 7. Drachenbootcup auszutragen. Das Team “Geschäftsstelle” mit Sylvia Weisheit an der Trommel, Dirk Zingler und Fanshop-Sylvie an den Rudern sowie Antonio Hurtado am Kochlöffel. Eine Mannschaft namens Eiserne Kubik-Elfen, Einstellungsvoraussetzung für Männer: mindestens 100 Kilo Lebendgewicht; die Frauen waren ab 80 Kilo dabei. Und wirklich & wahrhaftig bezaubernd “My fähr Lady” – die Frolleins mit den roten Hüten, keineswegs Kampfziegen, neinnein.
Ich habe mir im Verlaufe des Tages mehrmals gewünscht, ich hätte 1) ein Handtuch 2) ein trockenes T-Shirt und 3) sämtliche in meinem Besitz befindlichen Badeschlüpper eingepackt. Ich bin drei Rennen mitgefahren und dreimal auf unterschiedliche Weise komplett gewässert worden – und sodann wieder getrocknet. Gelernt habe ich folgendes: 1) Ich bin auch im Rudern schlecht, 2) von Wasser wird die Haut nicht dünn, auch wenn das immer alle sagen und 3) Fotografieren geht aber noch ganz gut.
Fußballfanclubs. Mannmannmann.

Ich weiß, dass es nicht geht, beziehungsweise, dass es im Gegenteil geht und nicht bleibt – dieses Trikot ohne Sponsorenwerbung. Sich einmal wie der FC Barcelona gefühlt gehabt zu haben, war aber doch etwas Besonderes.
Für das Bild gehen Dank und Grüße an Tobi, mehr davon gibts wie immer unter www.unveu.de.
Nur, weil so viel die Rede davon war: das sagenumwobene Fleißbienchen. Zu finden in Brehms Tierleben und in den Muttiheften (in meiner Schule hieß das übrigens “Hausaufgabenheft”) von John Jairo Mosquera & Mac Younga Mouhani.

Wenn hier irgendwer fünf bis fünfundzwanzig Fleißbienchen verdient hat, dann wohl probek und Alex in München, sowie dogfood in Hamburg, die in der probek´schen Hexenküche einen ausgezeichneten Fußballpodcast gebraut haben, der in Hamburg veredelt wurde und diesmal auch eine geheime Spezialzutat aus Berlin enthält. Mehr sag ich nicht. Hört selbst!
BallPod 24.8.2009 – Bayern, Union, Premier League by dogfood
Zahlen aneinander gereiht. Prozente berechnet. Kurven erstellt. Steffi sagt, dass dies ein Männerding sei. Mir gefällt es. Inspiriert wurde ich von Catenaccio, der das sehr ausführlich betreibt. Natürlich weiß ich, dass verbale Beurteilungen viel präziser sind und auch der Persönlichkeit gerecht werden. Aber hier soll gnadenlos verglichen werden. Über den Saisonverlauf kann man anhand der Noten doch einen Trend beobachten. Das hoffe ich jedenfalls.
Das Ergebnis
1. FC Union Berlin – FC Hansa Rostock
1:0 (Mosquera 33. Min); 17.500 Zuschauer
Einzelbewertung
Entnommen wurden die Noten dem Berliner Kurier, dem Kicker und Sportal. Vielleicht kann mir noch jemand sagen, ob die Bild auch für die 2. Liga Noten verteilt. Der Kurier vergibt nur volle Noten, was häufig zu besseren Bewertungen führt.
Echte Ausreißer gibt es nicht. Sowohl Jan Glinker als auch Marco Gebhardt hatten schon bessere Spiele. Das drückt sich auch in den Noten aus. Innenverteidigung plus defensiver Abräumer Younga-Mouhani und der fleißige Mosquera haben überzeugt.



Bei den Zweikämpfen fällt auf, wie häufig Mosquera den Weg Mann gegen Mann gesucht hat. Würde es Fleißbienchen nach dem Spiel geben, er und Younga-Mouhani hätten sie diesmal ins Muttiheft gestempelt bekommen müssen.

| Kurier | Kicker | Sportal | Ø | |
| Jan Glinker | 3 | 4 | 3,5 | 3,50 |
| Michael Bemben | 2 | 3,5 | 3 | 2,83 |
| Christian Stuff | 1 | 2 | 3,5 | 2,17 |
| Daniel Göhlert | 1 | 2 | 3 | 2,00 |
| Patrick Kohlmann | 2 | 3 | 3 | 2,67 |
| Macchambes Younga-Mouhani | 2 | 2 | 3 | 2,33 |
| Thorsten Mattuschka | 3 | 3,5 | 3,5 | 3,33 |
| Hüzeyfe Dogan | 3 | 3 | 2,5 | 2,83 |
| Marco Gebhardt | 3 | 4 | 3,5 | 3,50 |
| Karim Benyamina | 3 | 3,5 | 3 | 3,17 |
| John Jairo Mosquera | 2 | 2 | 2 | 2,00 |
Ahne schlug gestern vor, im Wohnzimmer Rasen auszusäen. Weiß ich jetzt nicht, ob der Gastwirt jener Lokalität, die wir unser Wohnzimmer nennen, uns das erlaubt, aber alle Auswärtsspiele könnten wir bei ihm kucken, sagt er. Also für alle zum mitschreiben & selber googeln:
Magarete F.
Lenbachstraße 17
10245 Friedrichshain
S Ostkreuz
Sonntag. Augsburg. Kommt alle!
Eigentlich sollte hier nur der Kommentar von MalerMario stehen. Denn mehr als sein “Zwei Monate später…” gibt es eigentlich nicht dazu zu sagen. Nach vielen Ungereimtheiten hat sich der Verein vom “Hauptsponsor” ISP getrennt. Als Grund für die Trennung werden “falsche Angaben des Vertragspartners beim Zustandekommen des Vertrages” genannt. Dagegen gibt es nicht viel zu sagen. Was damit gemeint ist, bleibt allerdings unklar. Ist damit die Unklarheit über die Registrierung der ISP bei der Handelskammer von Dubai oder Adschman gemeint? Ist es die Herkunft der Gelder? Oder tatsächlich die Vergangenheit des ISP-Aufsichtsratschefs Jürgen Czilinsky als Hauptmann im Dienste des Ministeriums für Staatssicherheit?
Letzten Endes kann es fast egal sein, was den Ausschlag gegeben hat, denn Bauchschmerzen hatten sehr viele bereits bei der Bekanntgabe des Vertrages mit der ISP. Dafür stellen sich andere Fragen, die heute auf der Pressekonferenz nicht beantwortet wurden. Es wurde bereits eine Rate von einer Million Euro gezahlt. Wieviel dieser Summe muss zurückgezahlt werden und wurde diese Summe bereits ernsthaft verplant? Dazu gab es keinen Kommentar. In der Pressemitteilung ist lediglich die Rede davon, dass der laufende Spielbetrieb nicht beinflusst werde, “da die im Lizenzierungsverfahren eingereichte Etatplanung den ISP-Vertrag nicht beinhaltete”. Das beruhigt die in Lizenzfragen arg gebeutelte Unionseele. Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass man einen normalen Hauptsponsor als “Backup” in der Tasche hat. Es darf auch gerne ein normaler Baumarkt sein.
Gestern Abend im Prenzlauer Berg. Erwachsene Männer sitzen vor einer Bar. Kommt einer dazu: “Schaut mal, was ich ausgedruckt habe!” Er reicht eine groß ausgedruckte Tabelle der zweiten Bundesliga nach den Sonntagsspielen herum. Es wird vorgelesen:
1.Platz 1. FC Union Berlin
2. Platz FC St. Pauli
3. Platz 1. FC Kaiserslautern
“Kann so bleiben oder?”
“Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass ich Wetten annehme, dass Union Ende August ganz oben stehen wird. Wir haben doch Ende August oder?”
“Die Lauterer sind mit dem dritten Platz nicht zufrieden gewesen. Aber ich habe ihnen gesagt, dass Sie in der Relegation Mainz weghauen. Das fanden die gut.”
“Kannst Du mir die Tabelle geben? Ich möchte die an die Klotür kleben.”
“Wir sind erster! Spitzenhöschen, Spitzenhöschen, hey, hey!”
Erwachsene Männer.


