Monthly Archive for April, 2009Page 2 of 2

Grafikdesignerspezialwitze.

An ihren Witzen sollt ihr sie erkennen: Man ist seinem Beruf doch stärker anverbandelt, als man sich so eingesteht. Bei Witzen über Druckfarben lacht nur ein winzigkleiner Teil der Bevölkerung der Erde. So klein ist er, dass man ihn vom Weltall aus kaum sieht. Hinzukommt unglücklicher Weise, dass die meisten Grafikdesigner keinen Humor haben sich nicht für Fußball interessieren. Schade, sonst fänden sie das hier

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unfassbar komisch. Danke, Herr Haas!

Man muss nicht immer alles selber machen.

Rotweiße Ostereier zum Beispiel: die gibts schon.

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Spieleabend.

In Lankwitz, das wirkt ein bißchen wie abgesprochen, gewinnt Union in letzter Minute 3:2 gegen den BFC Preussen. Wie oft muss das eigentlich wiederholt werden, bis man es eine Tradition nennen darf? Das nächste Hermsdorf kommt nun jedenfalls ganz sicher.

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Die Preussen-Ultras wurden zunächst für die Häschengruppe des Wuhlesyndikats gehalten. Trainings-Choreo für die ganz Kleinen. Süd-Süd-Süd-Berlin. Eine Gegend, wo man still denkt: Neukölln ist gar nicht mal sooo übel. Als sich der Preussen-Sprecher für das Sponsoring bedankte, vergaß er überdies, die Unioner zu erwähnen, die mit je neun Euro Eintritt die Sanierung von Verein und Gelände nicht unwesentlich unterstützt haben. Es wurde noch nicht ermittelt, was Flutlicht kostet – aber falls ich dazu beigetragen habe, diesen Platz nächstens zu beleuchten, wenn´s mal wieder länger dauert – bitte, gern geschehen.

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Bei einsetzender Dämmerung sahen wir zusammen mit Dirk Zingler ein gar nicht mal sooo schönes Spiel. Ein Shergo Biran würde dem Spiel gut tun, dachte Uwe Neuhaus. Zwei Tore würden dem Spiel gut tun, dachte ein Shergo Biran. Und ich war beim Schlusspfiff genauso erleichtert wie das letzte Mal, als ich auf jenem Sportplatz stand.

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Das andere Spiel, das ich gestern abend gesehen habe, fand bei viel schlechterem Wetter statt, aber in einem ganz anderen Land, und verursachte den einen viel Herzeleid, den anderen ungläubige Blicke, garniert mit ah! und oh!, und beiden die Erkenntnis, dass diese Spanier wirklich ganz schön … hm: gut sind. Vorsichtig formuliert. Letzteres darf allerdings nicht allzu laut geäußert werden, möchte man nicht als ganz und gar fühllos gelten. Man würde womöglich von probek entfollowed. Entfollowen ist ja bekanntlich die Atombombe des kleinen Mannes.*

*Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat. Es klingt schwer nach 343max.

UPDATE: Ich weiß wieder, wer´s gesagt hat: Kathrin Passig. Aber der Satz ging leider etwas anders.

Nicht ohne meine Mutti.

Die alle naselang von mir empfohlene Fußball-Woche, die unterschätzteste und weltweit unbekannteste Fußballzeitung von allen, hat mir heute mit ihrem Kommentar zum Baumgart-Wechsel auf die Magdeburger Trainerbank viel Belustigung beschert:

Praktisch aus seinen Stürmertöppen herausgerissen und stante pede in den Magdeburger Trainerjob verpflanzt wurde Ex-Profi Baumgart, dessen biblisches Alter seinen Coach Berger in das Gleichnis trieb, das junge Team habe quasi den Verlust eines Elternteils zu beklagen. [...] Jetzt hat also der Persich die Kinder am Hals.

Soviel Humor hatte ich denen gar nicht zugetraut. Alleinziehender Vater, wa?!

Nur mit Helm.

Wer Vollkasko-Garantie will, sollte lieber nicht bloggen oder sich um eine Rechtsschutzversicherung bemühen.

[dogfood]

Probek stößt eine Diskussion an, die ich für richtig halte (die Diskussion, wohlgemerkt – nicht zwingend die Schlüsse, die probek zieht), und dogfood sagt, warum das so nicht funktionieren wird, aber vielleicht anders. Wird eine IG Blog gebraucht, eine Interessengemeinschaft der Blogger? Was könnte, sollte, müsste die leisten? Zum Stand der Dinge gehts hier entlang. Meinung bilden dann bitte jeder selbst.

(Wer einen Text schreibt und veröffentlicht, ist für ihn verantwortlich. Wer anderleuts Text bei sich veröffentlicht, sei es als Leserbrief oder Blogkommentar, ist dafür verantwortlich. Man ist, egal in welchem Medium man sich bewegt, immer dafür verantwortlich, nicht die Rechte anderer zu verletzen. Und erst recht ist man dafür verantwortlich, seine Quellen zu prüfen. Eine sinnvolle Unterscheidung zwischen Bloggern und Journalisten fällt mir im Hinblick darauf schwer. Gibts Profi- und Amateurklassen? Muss ich mir ein A auf die Heckscheibe kleben?

Wenn man sich bei der Parallelwertung der rechtlichen Lage in der Laiensphäre vertan hat, hilft einem auch keine Rechtsschutzversicherung. Ob´s eine Bloggergewerkschaft täte? Sicherlich, man könnte sich gegenseitig seines tief empfundenen Mitgefühls versichern und hätte das gute Gefühl, nicht allein zu sein. Allemal tröstlich. Aber darüber hinaus? Ich zweifle.)

Irgendwo in Mexico.

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Uli Hannemann, Stadtschreiber von Neukölln, Lesebühnenautor, Braunschweig-Fan und Reisender bringt mir aus dem Urlaub als Souvenir ein Foto mit. Ich fnde gut, wenn meine Macken jetzt auch von anderen Menschen kultiviert werden und sage artig: danke!

Live aus Paderborn.

13:14 Die Herren mööp und bunki sollten zwischenzeitlich in Paderborn eingetroffen sein, ich sitze währenddessen im lauschiggrünen Brandenburgischen, Vöglein zwitschern, – Obacht! Telefon? Ach nee. War nur der Hund.
13:18 Team Außen teilt mit, dass der Landeanflug ein wenig glücklicher war. Bahnhofsschlägerei samt Pfeffersprayeinsatz, und jetzt Schuhe ausziehen für alle.
13:40 Union heute wieder mit Stuff, und statt Biran steht Benyamina in der Startformation. Das sieht dann so aus: Glinker – Bemben, Stuff, Schulz, Parensen, Younga Mouhani – Mattuschka, Dogan, Gebhardt – Benyamina, Sahin
13:43 Paderborn: Kasper – Wachsmuth, Mohr, Holst, Brückner – Krösche – Guie-Mien, Alushi, Lindemann – Güvenisik, Damjanovic
13:45 Paderborn kann sich leider keinen eigenen Ticker leisten. Das ist schade.
13:50 Das Wuhlesyndikat mit schicker Werkzeug-Choreo und etwa 2000 Unioner im Block. Kann bitte mal einer ein Foto schicken?
13:58 Bevor´s losgeht: so sieht die Hütte von außen aus. Danke, Martin!
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14:01 Und los.
14:04 Torschüsse von sowohl als auch; Tusche schießt drüber, Alushi testet Jan.
14:08 Unionblock: 500 Mann im Blaumann und Riesenwerkzeug. Doofer Spruch von Paderborn. Paderborn von Beginn an mit Druck.
14:12 Beinah-Tor Paderborn, Glinker grad noch dran.
14:17 Sieht nicht gut aus für Union. Paderborn mit einigen fetten Chancen.
14:20 Union offensiv mit zu vielen Ballverlusten, Paderborn sucht schnell den Abschluss.
14:23 Ecke Union. Zu weit.
14:26 Keine Meldungen momentan aus Paderborn. Scheinen wohl durchzuschnaufen.
14:27 Zwei bis drei Ballkontakte von Union, dann hat Paderborn wieder den Ball. Zum Glück treffen die nicht.
14:33 Erste Chance für uns durch Sahin. Der Schiri ist sich noch nicht sicher, ob er Männersport pfeift. Sehr kleinliche Entscheidungen.
14:40 Glinker klärt auf der Linie.
14:45 Zwei Außenreporter schweigen. Zum Glück haben wir einen dritten kurzfristig verpflichten können. Immer gut, eine qualitativ hochwertig besetzte Bank zu haben ;)
14:46 Halbzeit 0:0; Paderborn hätte führen müssen. Tun sie aber nicht.
14:56 Das versprochene T-Shirtspiel ist das bisher nicht. Das Stadion erinnert an eine Werkhalle: Beton und Wellblech. Nach dem Spiel kann man das vielleicht zusammenklappen.
14:58 T-Shirtwetter hingegen auf brandenburgischen Terassen. Das Terassenteam ist inzwischen zu zweit und befindet sich wohl. Mal sehen, wie lange noch …
15:00 Die Mannschaften sind wieder auf dem Platz.
15:02 Mindestens 17 Festnahmen werden mitgeteilt. Nichts genaues weiß man nicht. Paderborn-Fans? Unioner? Anwohner? Pöbelnde Rentner?
15:03 Anpfiff und keine Wechsel. Union bemühter.
15:09 Schlechte Ecken und Flanken bisher.
15:13 Karim frei, Kopfball, Abseits. Das war die beste Chance bisher. Gelb für Mac – seine elfte.
15:16 Menz für Tusche.
15:19 Verdeckter Schuss von Dogan – gehalten. Biran für Sahin.
15:21 Schuss von Biran – auf der Linie geklärt.
15:23 Wechsel Paderborn. Kumbela und Brandy rein, Güvenisik und Lindemann raus.
15:25 Gelb Holst.
15:25 Paderborn wird nervös, 12 600 Zuschauer, ohne Union wär hier gar nichts los …
15:30 Klatschpappeneinsatz! Stimmung machen können die nicht.
15:31 Wechsel Paderborn: Löning für Krösche.
15:34 Kopfball Karim – drüber.
15:43 Rot Paderborn. Nachgetreten. Union klar besser jetzt. Maek für Dogan.
15:44 Der Schiri pfeift sonst Volleyball – von Fußball hat der keinen Plan …
15:44 Jetzt viel Raum, aber im Abschluss … Drei klare Chancen.
15:49 Keiner wird es wagen … unseren FCU zu schlagen – 0:0 und Abpfiff!
15:50 Ein großes Dankeschön an Martin, dessen Wortbeiträge wir schlichtweg übernommen haben, weil sie uns so guten gefielen :)

Das Unentschieden ist verdient, wird uns mitgeteilt, und angesichts der zweiten Hälfte müsse man sich um Union auch keine Sorgen machen. Machen wir nicht und singen laut: Wieder nicht verloren, wieder nicht verloren … Schön, dass ihr hier wart!

Shift happens.

Ich war zwischen vorgestern und jetzt auf der Internetkonferenz ohne Internet*, drum blieb es etwas still hier. Mal muss man ja auch kucken, was das für Leute sind, die alle Tage das Netz vollschreiben. Ob die wirklich so blaß und schlecht genährt sind, wie immer alle denken. Ob die nur tech und klingonisch sprechen.** Ob das Internet tatsächlich bloß eine gigantische Kopiermaschine ist. Ob die Unterhaltung stirbt, wenn die Unterhaltungsindustrie stirbt. Wie aus kulturgeschichtlicher Perspektive Grimms Märchen und wikipedia zusammenhängen. Und was genau persuasives Webdesign wäre.

re:al

Die re:publica gibt es in Berlin seit 2007, sie beschäftigt sich mit Themen der Netzkultur und Netzpolitik, und wenn man, so wie ich, immerzu mit diesem Internet rummacht, ist es nicht die weltweit schlechteste aller Ideen, sich mit anderen, die genau das ebenfalls tun, zu treffen.

re:mmidemmi

Man kann Glück haben, dabei. Und ich hatte Glück. Ich habe nur liebenswerte und bezaubernde Menschen getroffen. (Den un-liebenswerten, nicht-bezaubernden habe ich kurzerhand das Gespräch verweigert.) Gestern abend auf der Twitterlesung kam ich mittenmang @stijlroyal, @kcpr, @wollbindung, @AF_Blog, @ghostdog19 und @helrunar zu sitzen, was stijroyal so beschrieb:

Ich saß doch zwischen @rudelbildung unf @af_blog. Das sah doch aus wie King Kong mit zwei weißen Frauen. Das muss man doch sehen.

Ich fand, wir ham ihn sehr hübsch eingerahmt. Und überhaupt, die ganze Twitterlesung – sehr hübsch!

re:alsatire

Man kann Pech haben, dabei. Und Pech hatte ich ebenfalls. Ich verirrte mich gleich am ersten Tag auf ein Panel, das an den Spreepark erinnerte. Dinosaurier. Umgefallen. Es ist nett, wenn Helmut Lehnert, den ich im übrigen außerordentlich schätze, sich an die erste Webseite von Radio Fritz erinnert – aber mal ehrlich: Viel Wasser. Die Spree. Runter. Seitdem. Dann geschah Seltsames: Die Twitterwall funktionierte (weil @343max zaubern kann), und Publikumsäußerungen wurden darüber unmittelbar und ungefiltert eingeblendet. Es waren Äußerungen des Unmuts. Das anfängliche “oh, ich bin drin” wich flugs einem nörgeligen “Könnten die Diskutierenden ihrem Gespräch bitte den Kenntnisstand von 2009 zugrunde legen?!”, das fließend in allgemeinem Gepöbel mündete, bevor das Publikum begann, seine eigene Parallelshow zu veranstalten. Die Geschichte des Webzwonull – nacherlebt in einer Viertelstunde.

re:izwörter

Man kann außerdem etwas haben, wo man nicht richtig weiß, isses Glück, isses Pech, und Peter Glaser kann man sowieso finden, wie man möchte, aber sein Schiedsrichterbeispiel im Kontext von “Veränderung passiert” ist zumindest sehr anschaulich:

Zu den neuen Regeln gehört, dass wir mehr Positionen zulassen müssen als bisher. Die Lage ist komplex. Der Schiedsrichter bei einem Fußballspiel ist ein Inbild der alten Zeit. Er ist mit seiner singulären Sicht auf dem Spielfeld in einer wesentlich schlechteren Position als jeder Zuschauer vor dem Bildschirm. Der Schiedsrichter ist sozusagen aussichtslos. Er betrachtet die Welt immer noch von seinem vereinzelten Standpunkt aus, der einen heute angesichts der elektronischen Multiperspektive hoffnungslos ins Hintertreffen geraten läßt. In kritischen Situationen auf dem Spielfeld muß der Schiedsrichter aus seiner subjektiven Position heraus entscheiden, obwohl ihn eine beunruhigende Medien-Objektivität umgibt: Der träge Zuschauer auf dem Sofa sieht im Lauf der nächsten Sekunden die Situation aus unterschiedlichen Kamerapositionen, in Zeitlupe wiederholt, vielleicht noch grafisch verstärkt, und kann sich ein – dem Fußball angemessenes – rundes, ganzheitliches Bild machen.

[Peter Glaser: In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?]

Danke, aber danke nein, ich möchte jetzt NICHT über den Videobeweis diskutieren. Dinge verändern sich, und manche werden sogar besser. Andere nicht, und manche sterben. Die machen das aber nicht von selbst, die Dinge. Und deswegen bin ich Gestalter geworden.

In diesem Sinne, re:ingehauen!***

*Das Copyright auf diese Bezeichnung hält der Spielmacher. Zu Recht wird allerorten kritisiert, dass wir Blogger gar keinen eigenen Content produzieren, sondern immer bloß abschreiben. Notfalls voneinander. Ich bin auch so eine, aber das wisst ihr ja längst.
** Ich entschuldige mich bei Mario höchstpersönlich, vorab und in aller Form: Kein Durchkommen bei solchen Themen ohne Englisch. Klingonisch gabs nur deshalb nicht, weil das kein past tense hat, hieß es.
***Steht so auf meinem T-Shirt. Ist mir natürlich auch nicht selbst eingefallen. Dank und Kirschblüten an Sebastian!