Union gewinnt beim VfR Aalen mit 4:1. Ich versuche, die Worte “farbenfroh” und “Kartenspiel” weiträumig zu umfahren und bin aufs Äußerste gespannt, wie Uwe Neuhaus am Mittwoch gegen Werder Bremens Zwote auf den Komplettausfall der Innenverteidigung reagieren wird.
Monthly Archive for März, 2009
Kathrin Passig und Sascha Lobo prägten dazumals die Redewendung von der belebenden Kraft der Deadline, und in der Tat, es ist sehr … äh … sich am Sonntag zu erinnern, dass man am Montag seine Diplomverteidigung hat, der entsprechende Vortrag aber noch seiner Fertigstellung entgegen dämmert. Und während ich schlafe, kommt mir wieder eine kostbare Stunde abhanden, weil jetzt angeblich Sommer ist. Wo denn?, möchte ich wissen, und stopfe die Winterpullover in die Waschmaschine. Solchen und anderen Widrigkeiten zum Trotz zeigen wir morgen unsere Diplomarbeiten, die von Fußball, von Landschaft und von Fußball-Landschaft handeln. Kommt alle!

Vernissage am 30.3. um 18:00 Uhr
Ausstellung vom 31.3. – 17.4.2009
alte schmiede
Spittastraße 40 • 10317 Berlin-Lichtenberg
www.alteschmiede-berlin.de
Mo.-Fr. 9-18 Uhr
Matze Koch : “… vielleicht können beide mal was sagen zur bevorstehenden Partie in Aalen?”
Uwe Neuhaus: “Willst Du was sagen?”
Kenan Sahin: “Trainer, ich geb Ihnen das Wort.”
Uwe Neuhaus: “Nö – ich hab auch keine Lust.”
Sollte außer mir irgend jemand dieses Videointerview von Matze Koch mit Uwe Neuhaus und Kenan Sahin noch nicht gesehen haben: bitte! sofort! ankucken! Ich sag nur: ich atme den Kaffee schon wieder durch die Nase aus. Mehr sag ich gar nicht.
[Danke an mööp, bunki & den teppichtester für den sachdienlichen Hinweis!]
“Auswärts”, sag ich eben noch am Telefon zu Herrn mööp, “auswärts ist doch immer irgendwie Fasching.” Und dann er so “Genau, und deswegen fährt man ja auch hin.” Auswärts am 5. April gegen Paderborn wird ein ganz besonders schöner Fasching, und schöne Festivitäten wollen von langer Hand geplant sein. Das dachten sich auch der Eiserne Virus und das Wuhlesyndikat. Nach Paderborn, so entschloss man sich, fahren wir im Blaumann und zeigen denen, was ne RohrFlügelzange ist. Schlosserjungs. Ihr wisst schon. Tradition. Gut, wenn man eine hat.
(Es frug mich unlängst ein befreundeter Verrückter, was genau es denn sei, mit dem man sich als Anhänger eines Fußballvereins identifiziere. Die Stadt? Der Stadtteil? Die Mannschaft? Das Stadion? Die Hausfarben? Ein bißchen ist es ganz sicher die Geschichte. Die Geschichte, die man sich mühsam angelesen und zueigen gemacht hat.)
Aus Gründen, die ich nicht zweifelsfrei benennen kann, sagen wir also Instinkte dazu, bin ich einigermaßen sicher, dass Roberts Kind kein Mädel** ist:
Bedingungslos wird alles umgeräumt, was sich ihm in den Weg stellt. Dabei schreckt das Kind auch vor vermeintlich übermächtigen Gegnern nicht zurück und kann somit seine doch noch ausbaufähige körperliche Statur mühelos ausgleichen. Der modernen Trainingslehre entsprechend üben wir auch nicht nur mit dem Ball, sondern mit allerhand für die Luft- und Raumfahrttechnik entwickelten Gegenständen. Hat es das Kind einmal geschafft, in den Besitz eines dieser Objekte zu kommen, wird es unter keinen Umständen an den Gegenspieler hergegeben. Da hätte nicht einmal Mark van Bommel eine Chance.
[Robert Kapp: Mein Kind, der moderne 6er]
Abgesehen davon, dass es einfach ein schöner Text ist, den ich eher zufällig und eher spät entdeckt hab, gefallen mir der Stolz und das elterliche Verständnis, das man vor, zwischen und nach den Zeilen herauslesen kann, ganz außerordentlich ;) So gehört das!
*Und Töchter auch! Töchter sogar ganz besonders!
** Geirrt. Aber sowas von. Totales Instinkteversagen.
Noch ein Nachtrag zum Braunschweig-Spiel, der eigentlich ein Vorwort gewesen wäre – Milan hat einen Text für das dortige Fanmagazin geschrieben, dessen Schlußsequenz ich so gerne mag, dass ich sie kurz mal dort ab- und hier hin schreibe. “Zitieren” nennt man das wohl umgangssprachlich.
Oft denke ich, dass es gar nicht ums Geld geht, es geht ja auch nicht so sehr um den Erfolg und manchmal denke ich, es geht nicht mal um Fußball. Dass wir trotzdem heute alle da sind, macht die Show lebenswert. Vernunft jedenfalls ist reaktionär, rückschrittlich und lebensfeindlich.
[Milan: Ansichten eines Union-Fans]
Danke Milan!
Matze Koch befragt Dieter Hoeneß zum Thema Union Berlin, und der verliert gar schmeichelhafte Worte, und zwar reichlich.
“Ich bin ziemlich sicher, dass wir sie nächstes Jahr in der 2.Liga sehen werden, und auf Sicht glaub ich auch, dass da etwas entstehen kann, das vielleicht irgendwann auch (…) einen Erstligisten geben wird.”
[Dieter Hoeneß]
Letzteres scheint mir denn aber doch übertrieben.

Eine Präsentation auf der Buchmesse in Leipzig kann man nicht ernsthaft sneak preview nennen, oder doch?

Ist jedenfalls ein schöner Moment, wenn man sein Fußballbilderbuch zwischen zwei Arbeiten, von denen sich eine mit einem Franz-Kafka-Text und die andere mit Max Goldt´schem Liedgut beschäftigt, wiederfindet. Und dann blättern tatsächlich Leute drin und legen es auch nicht gleich wieder weg.

Eine sneak preview ist es aber trotzdem, weil es an dieser Stelle noch nicht mehr als des Buchbinders vorzügliche Handarbeit zu sehen gibt; wer das Gesamtkunstwerk bestaunen möchte, nehme sich bitte für Montag, den 30. März um 18 Uhr nichts vor, bereite sich aber innerlich auf einen Kurzaufenthalt in Berlin-Lichtenberg vor.
(Details folgen.)
Herr mööp und Herr Milan, letzerer stellvertretend für den Bund journalistisch tätiger Gastwirte, übernehmen morgen den Liveticker aus Braunschweig. Den beiden großen Dank, und allen anderen viel Spaß!

