Der Mann des gestrigen Spieltages. Das Bild des gestrigen Spieltages. Überschaubar die Zahl der Dinge, über die ich mich mehr hätte freuen können.

[Großer Dank an Stefan Hupe für das Foto!]
Hauptsachen. Nebensachen. Anziehsachen.
Der Mann des gestrigen Spieltages. Das Bild des gestrigen Spieltages. Überschaubar die Zahl der Dinge, über die ich mich mehr hätte freuen können.

[Großer Dank an Stefan Hupe für das Foto!]
Union gewinnt im Jahnsportpark gegen Emden, und fünftausend tiefgekühlte Gestalten stehen rechts, links, vor und hinter mir, als Daniel Schulz das erlösende zweite Tor schießt. Ich umärmele und beklopfe daraufhin augenblicklich mehrere meiner Nebenmenschen und gröhle dreimal (nicht zweimal, nicht viermal) Eisern Union! als Zeichen der Wertschätzung, mit der ich dem Torschützen gegenüber stehe. Nicht nur, dass es ein schönes Tor war – klug gespielt, ruhig und konzentriert – es war vor allem ein Comeback, auf das ich seit langem gewartet habe. Daniel Schulz ist noch nicht wieder in der Form von Daniel Schulz, nähert sich ihr aber mit jeder Minute, die er spielt.
Wir schniefen beim Rausgehen alle kurz, als sich herumspricht, dass Paderborn in letzter Minute doch noch gegen die Stuttgarter Kickers gewonnen hat und damit Herbstmeister ist. So richtig schlimm finden wir es aber nicht.
Ich habe heute meinem Doktorvater und einigen anderen Doktoranden die Arbeitsthesen meines Promotionsvorhabens vorgetragen. Dies offenbar so euphorisch, wortreich und schillernd illustriert, dass mir nahe gelegt wurde, mich doch vielleicht auf zweitausend Seiten zu beschränken. Oder nötigenfalls zu habilitieren, wenn das nicht alles in ein Buch rein passt. Es wird, soviel ist sicher, ein Buch über Fußballfankulturen und ihre Entwicklungstendenzen. Mit dieser Entwicklung gehen Änderungen in der Darstellung von Fußball einher. Etwa, welche Bilder bei Liveübertragungen gezeigt werden (Seit wann gibt es die Spielerfrau in Nahaufnahme, und wer hat sich das eigentlich ausgedacht?). Die ernsthafte Möglichkeit, künstlerisch über Fußball zu arbeiten. Weg von der Statistik und der Präsentation von Fakten, hin zu  Feuilleton und Pop. Eine Ästhetik, die an Ikonografie grenzt. Die Verlagerung von Fanzines ins Internet, manche sagen auch Blogs dazu. Intellektualisierung. Körperloser Fußball durch Spielkonsolen oder Fußballmanagerspiele, aber auch kleine, putzige Fachpublikationen, die “Bolzen” heißen und genau davon handeln.
Es darf nun in einem solchen Buch nicht das Lesebändchen der einzige rote Faden sein. Ich muss also ganz aschenputtelmäßig meine Beispiele in toll oder oll unterscheiden und eine Auswahl treffen. Dabei könnte man mir auf ganz einfache Weise helfen, so man denn wöllte.
Welche konkreten Beispiele für Dinge, die sich in den letzten 5-10 Jahren in der Fußballdarstellung (einschließlich Werbung, Zeitungen/Zeitschriften, Fernsehsendungen, öffentliche Diskussionen) und in der Fanszene geändert haben, fallen euch spontan ein? Ich würde eure Beispiele gern mit meinen eigenen abgleichen, um meine Wahrnehmung zu überprüfen.
Und hat irgendwer ein einziges kicker-Heft aus den Jahren 1998-2004 aufbewahrt und würde es mir leihweise überlassen? Auch eine SportBild wäre ausnahmsweise mal nicht verkehrt. Und im Grunde reicht ein Scan.
Ich bin nicht ganz sicher, ob das außer mir noch wen interessiert. Ich werde mich in den nächsten drei Monaten praktisch mit nichts anderem beschäftigen, und dies ist die geeignete Stelle, mich wissen zu lassen, ob ich euch dazu Fragen fragen darf, oder ob ich mich bei IKEA nach runden Möbeln für einen Elfenbeinturm umsehen sollte.
Danke!
Man ist werbestrategisch allerhand gewöhnt und wundert sich daher nur noch selten. Außerdem wohnt man in Berlin, wo wundern generell verboten ist. Wundern ist für Touristen (“Kiekedomma Vaddi, die sitzen alle uff de Wiese, dabei is hier ja keen See!”). Das Wort “Pflegecoach” als Bindeglied der Suchbegriffe “Jogi Löw” und “Nivea” bei google verwunderte mich aber dennoch ganz außerordentlich.
Nachdem ein englischer Fußballspieler namens Posh Spice (er hatte den Mädchennamen seiner Frau angenommen) seine Tätigkeit als Männergleichstellungsbauftragter der Kosmetikindustrie über Jahre hinweg aufopferungsvoll wahrgenommen hat, stellt sich die Frage, ob Fußballer Kosmetikprodukte bewerben können, ohne sich dabei lächerlich zu machen, nicht mehr. Sie können nicht, und niemand hat das eindrucksvoller bewiesen als Beckham. Mir klingelt immer noch dieses “metrosexuell” in den Ohren.
Warum das so ist, lässt sich schwer erklären – denn prinzipiell finden Männlein und Weiblein jedweder sexueller Orientierung gepflegte Menschen gut. Sauber, frisch und duftig sollen sie sein, und rasiert zumindest im Gesicht (Männer und Damenbartträgerinnen), unterm Arm und unterhalb der Knie (jeder, der eine Frau ist oder werden möchte, sowie Radsportler).
Nun hat Kosmetik aber immer auch mit Glamour zu tun, mit Eitelkeit, mit dem Herausstellen der eigenen Person, mit der Betonung von Äußerlichkeiten. Das sind an Fußballern nicht eben die gefragtesten Eigenschaften. (An allen anderen Männern übrigens auch nicht. Ich möchte jedenfalls kein Haus mit einem bauen müssen, der ohne sein Rasierwasser den Tag zu beginnen außer Stande ist.)
(Wo ich grad lese, wie des Bundestrainers Berater heisst … aber neinneinnein, keine Witze mit Namen.)
Wenn man dann, obwohl man das alles weiß, als Fußballer trotzdem Kosmetikwerbung macht, möge man aber wenigstens konsequent sein und auf einheitliche Stilistik achten. Wer solche Oberhemden trägt, riecht doch nicht nach Nivea! (Hoffe ich.)
Wichtig ist in den Socken, wie wir in einem vollkommen anderen Zusammenhang bereits festgestellt hatten. Gerade heute wieder. In diesem Sinne, herzlichen Nikolaus euch allen! Und wer mich richtig glücklich machen will: Es liegen da noch drei Punkte in Erfurt rum … müsste sich mal wer drum kümmern. Heute nachmittag wäre recht.
(Ich könnt mir ja stun-den-lang dabei zukucken. Der Mitbewohner sei gepriesen und gelobhudelt!)
Ich habe heute was probiert, was ich bei www.dugehstniemalsallein.de gesehen und sehr schätzen gelernt habe: Das Veröffentlichen fußballrelevanter Lesezeichen -manche sagen auch social bookmarking dazu- von delicio.us als Blogbeitrag.
Man kann darüber exakt zwei Meinungen haben.
1) Ach, hatteste keene Lust, selber wat zu schreiben, und jetzt präsentierste anderleuts Inhalte?
2) Ganz schön, wenn einer den Kram vorsortiert, der so durch´s Internet flattert.
Ich gedenke nicht, meine Postings allein daraus zu bestreiten. Ich finde aber, und das oftmals ohne eigentlich danach gesucht zu haben, viel spannendes, lustiges, merkwürdiges Fußballzeug im Netz, das manchmal den Denkanstoß für einen Artikel liefert, manchmal auch nur für fünf Minuten Unterhaltung gut ist und einen knappen Kommentar nach sich zieht. Mitteilenswert scheint es mir nichtsdestowenigertrotz. Deshalb in unregelmäßigen Abständen: Presseschau.