Monthly Archive for September, 2008Page 2 of 2

FUNdaMENTAListen.

Macht ihr das öfter, dieses Huldigen? -Nein. Nur manchmal, ganz ausnahmsweise und sehr, sehr selten.

“FUNdaMENTAListen” ist ne prima Wortschöpfung für die Leute, die voller Freude und mit Zuversicht in der Försterei schalen und betonieren. Erfunden hat´s kibi. Drauf gebracht hat mich MalerMario.

(Gehuldigt wird übrigens viel zu wenig. Den inoffiziellen Vereinsmaskottchen beispielsweise. Denen, die dabei sind, wenn die Zweite spielt. Denen, die akribisch Presseschnipsel verlinken. Die Stadionbauen gehen. Den Trainingskibitzen.)

Der Ulmen, das Hertha-Küken.

Malte Welding interviewt Christian Ulmen. Ulmen erzählt, wie ihm das mit der Hertha passiert ist, und ne Netzer-Anekdote gibts auch. Der Rest ist nicht fußballrelevant (aber schö-hön!) und wird daher hier verschwiegen.

Vitamine und Naschen.

Ich beneide alle Dabeigewesenen um den Genuss der Auswärtsbuletten. Wollta ma Tabelle sehen? Hübsch, nich?!

Papi weiss, wo´s langgeht.

Lieber mööp, Fußballfreund, Nachbar, Hundehalter und Co-Autor: Du musst heute bitte den Spielbericht schreiben.

Erstens, weil mir schon zur Halbzeitpause die Augen schwitzen. Fünf gelbe Karten, null Tore, Chancen 4:2 für Dresden. Das ist nicht schön.

Zweitens, weil Du das Spiel gesehen hast. Du könntest immer noch behaupten, dass der Schiedsrichter an allem schuld war. Oder die Linienrichter. Oder die Illuminaten.

(Drittens, weil vielleicht ja doch noch alles gut wird. Bewusst setze ich diese Möglichkeit in Klammern.)

Ich lese derweil was Lustiges. OK?

Lissabon im September.

Meine Spaghettini waren längst alle alle, als die ruhmreiche Fußballnation Portugal gestern Abend beschloß, sich innerhalb von sieben Minuten komplett zu bekleckern. Allerdings weder mit Ruhm noch mit Tomatensoße*. Und dann aber obendrauf noch Käse** erzählen:

«Era importante vencer, diante de um concorrente directo, mas ainda é possível dar a volta e garantir o apuramento para o Mundial-2010. Na verdade, não é difícil perceber o que aconteceu. Quando fizemos o 2-1, não acreditámos que podíamos perder. Facilitámos contra uma equipa que nunca desiste. Foi esse o nosso erro»

Deco, A bola online

(Der ruhmreichen Fußballnation Deutschland wurden gestern von saschalobo und westernworld_ zwei brandneue Wörter für den allgemeinen Sprachgebrauch geschenkt. “Gomesk“, adjektivisch zu verwenden, bezeichnet völlige Unfähigkeit; eine Gomisere ist selbsterklärend, denke ich.)

*Das mit der Tomatensoße ist mir ohne größere Schwierigkeiten gelungen.

**Die Portugiesen waren, sagt Deco, nach dem 2:1 der Meinung, sie könnten nicht mehr verlieren.

Helsinki im September.

Voilà, es ist angerichtet! ***textilvergehen*** präsentiert höchst stolz den allerersten Gastbeitrag, den wir je hatten. Soeben frisch eingeschwebt aus Helsinki. Ich soll noch ausrichten, dass dem Autor zur Unzeit die Zigaretten ausgingen – ein Umstand, den wir als fühlende Wesen außerordentlich bedauern. Dem Artikel hat es aber nicht geschadet. Sport frei!

(Außerdem grad gelernt: “Kiitoksia kahvista” heißt “Danke für den Kaffee”. Könnte ja sein, dass das grad wer braucht.)

(bunki)

Helsinki im September. Wieder einmal. Ein Mittwoch. Wie vor sieben Jahren. Fast auf den Tag genau. Nur dass damals nicht Deutschland spielte, sondern der 1. FC Union auf seiner Abenteuerreise durch Europa unterwegs gewesen war. Und nun stand ich wieder auf dieser Rolltreppe im Flughafen, schaltete das Handy an und wartete.

Nein, diesmal blieb er aus. Der Rückruf ins Werk, der die Eisernen damals noch im Flughafen ereilte. Abgesetzt von den hohen Herren aus Nyon, die mit einem  kaum noch zu unterbietenden Feingefühl die Champions-League-Spiele am Abend der Katastrophe munter laufen lassen hatten, um dann eine Nachtunruhe weiter doch das moralisch Richtige zu tun. Konnten sich das leisten, denn auf Rosen gebettet ist die UEFA durch ihre Zasterliga ja schon.

Was waren wir alle aufgeregt gewesen. Allen voran die seinerzeitige Pressesprecherin. Den ganzen Flug lang lag sie uns im Ohr, sie wolle einen Elch sehen. Schien ihr ganzer Lebensinhalt zu sein. Nun war ihr das nicht vergönnt. Und wir fürchteten in den Sekunden des UEFA-Bescheides nur das uns nun dräuende Lamento über das ihr widerfahrene Elchunbill. Denn jetzt hieß es nur Busfahrt zum Stadion von HJK, das einen Steinwurf vom Olympiastadion entfernt liegt, einen Happen dort essen. Und ab ging die Luzi wieder gen Berlin. Widervorlage eine Woche später. Selbe Stelle, andere Welle sozusagen.

Dumm nur, dass diese Maßnahme viele kleinere Vereine traf, die unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten. Und anders als die Klubs bekamen die Fans nichts von ihren Kosten erstattet. Mein Arbeitgeber übrigens auch nicht, aber das ist ein andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Ich will hier jetzt auch nicht von all den Unionern erzählen, die kurzerhand eine Woche Urlaub in Finnland unter widrigsten Umständen verbrachten oder gar zweimal mit der Fähre anreisten, nur um eine Woche später dann endlich das ganz leicht, nämlich nur um 31 Jahre verspätete Europapokal-Debüt ihrer Eisernen erleben zu dürfen. Das können andere besser. Mich beschlich halt nur so ein komisches Gefühl, ausgerechnet jetzt wieder hier zu sein.

Und von der Stadt haben ich damals nichts gesehen. Eine Woche später auch nicht, denn da ging es vom Flughafen eilends nach Valkeakoski und zwei Tage später stracks wieder zurück. Heuer ist es auch nicht anders. Flughafen, Hotel, WM-Quali-Spiel, schreiben und zurück. Ausschlafen, Frühstücken und ab in den Flieger nach Berlin. Ob ich und Helsinki uns jemals richtig kennen lernen werden?

Männer sehen.

Herr mööp und Frau steffi waren gestern Unions Zweite besuchen,  haben drei Tore gesehen und sich sinnlos mit Kaffee betrunken. Zu unserer Entschuldigung ist vorzutragen, dass wir Köpenick sehr vermissen.

Außerdem habe ich aus gegebenem Anlass versucht darauf zu achten, was auf einem Fußballfeld gesprochen wird, das man aber nie im Fernsehen hört. Am häufigsten wurde trainerseitig, aber auch untereinander angeregt, Männer zu sehen. Gefiel gut.

(Das beweist, das man mit Frauen nicht zum Fußball gehen darf, weil die immer an der falschen Stelle lachen. Und mit Männern darf man nicht Notting Hill kucken, weil die an der richtigen Stelle nicht weinen.)