Monthly Archive for Juni, 2008Page 4 of 4

Normbrecher.

Hagen stellt eine Frage und beantwortet sie gleich selber. Nein, kein Flutlicht für die Tiere in der Nacht.

Besichtigung der schönsten Baustelle der Welt und im Wald (und auf der Heide sowieso) mittwochs 15 bis 20 Uhr.  Und wer war jetzt gleich nochmal Adolf Hennecke?

Public Viewing.

Fachwörterwissen aus der Schönen neuen Fußballwelt:

Public Viewing ist, wenn wir uns alle zusammen bei Tante Maggie hinsetzen und auf der Großleinwand die Bilder der Webcam aus der Försterei ansehen.

NoGoArea ist dagegen die Rudolf-Harbig-Baustellle.

Erklär mir Arbeit.

Generell alles was Spaß macht: Keine Arbeit – Och
Generell was man im Gras macht: Keine Arbeit – Ach so

[Wir sind Helden: Ode an die Arbeit]

Seit gestern bauen wir uns eine neue Alte Försterei. Das, mein Freund, ist Arbeit. (Und um mal ein etwas abgenutztes Bild zu bemühen: die Tore sind schon gefallen.)

It´s oh so quiet.

Wir erinnern uns an den Gesichtspunkt von Cindy Crawford, an die Nase von Charlotte Gainsbourg und an die Tatsache, dass Lothar Matthäus leider sprechen kann: wahre Schönheit ist nie makellos.

Am Sonnabend, 31.Mai 2008, ist eigentlich ab der 26. Minute klar, dass wir gerade gegen Oberhausen verlieren. Als sich herumspricht, wie´s in Erfurt steht, geht eine rotweiße la ola durchs Stadion. Und zwar durchs ganze Stadion: Tribüne, Waldseite, lange Gerade, Gästeblock. Und weil man auf einer Welle nicht stehen kann, gleich noch eine und noch eine und noch eine. Als um Viertel Vier abgepfiffen wird, ist Oberhausen in die Zweite Bundesliga aufgestiegen und darf ein bißchen bei uns feiern.

Eine halbe Stunde später strömt alles, was Union ist, auf den Heiligen Rasen. Nicht, wie das letzte Mal, aufgrund eines besseren Torverhältnisses knapp die Klasse gehalten. Ganz souverän als Vierter in die Dritte Liga. Stadionprojekt: läuft. Trainer: bestens. Mannschaft: zum liebhaben (großzügig ignorieren wir bei dieser Überlegung den Bart von Nico Patschinski). Freuen wir uns? Klar freuen wir uns. Es ist nur eben … nicht perfekt. Aber weisste – wir reden hier über Union, und dafür war´s erschreckend nah dran an perfekt. Remember Cindy Crawford!

[Um 17:37 Uhr des selben Tages eröffnet coolhansen im Union-Forum den Thread "Echt langweilig ... die Fußball-lose Zeit. Langsam könnte es wieder losgehen, oder?"]

Kein Wort mehr über …

Die Liste der Vorwürfe gegen ihn ist so lang, dass sie einem Staatsanwalt Munition für ein mehrstündiges Plädoyer liefern würde. Erstens, gerade in England besonders brisant: Er ist ein Schwalbenkönig. Zweitens, und da wären wir wieder bei den Übersteigern, denn die gibt es immer noch, wenn auch zweckgebundener als früher: Er macht seine Gegner lächerlich. Drittens: Er ist weinerlich und schaut nach Fouls oft aus der Wäsche wie ein kleiner Rotzlöffel, dem man seinen Lolli weggenommen hat. Viertens: Er hat diesen ekelhaft austrainierten Oberkörper. Fünftens: Und überhaupt.

[Jens Kirschneck: Geniale Nervensäge, 11Freunde]

Ich saß mit  Freund V. in Porto an einem Tresen. Den “Don” im Rücken, auf der Leinwand vor uns das letzte WM- Qualifikationsspiel der Portugiesen. ”Soll ich leiser machen?” , fragt uns der Barmann, weil wir die einzigen Gäste waren. Darauf  wir “Nee, lass, wir wollen das auch sehen.” Und dann Auftritt Cristiano Ronaldo. Übersteiger, Übersteiger, Solo, Übersteiger – Ball weg. Unbekümmert, großfressig, selbstverliebt. Cristiano gegen die anderen. Völlig egal, dass die das gleiche Trikot tragen. Aber ein Artist. Ich meine: Zirkus, Magie, Kaninchen-aus-Hut-Artist. Der Barmann, leuchtenden Auges,  “Kuckt euch den Jungen an!”, erklärt uns, dass dieses enorm schlecht erzogene Kind das neue nationale Heiligtum ist. Und ich, frisch abgestiegen in die Oberliga: Wie jetze? DAS ist Fußball? Nee, oder? Das ist doch ganz ne andere Sportart, was der da mit dem Ball macht …

Das fiel mir ein, als ich neulich ManU gegen Chelsea gesehen hab. Die ganze erste Halbzeit dachte ich: unfassbar, dieser kleine Angeber. Der ist wirklich und wahrhaftig noch besser geworden. Und dann verschießt er den Elfer, man weiß das eigentlich vorher, kann wieder an die Gerechtigkeit glauben, an Gott meinetwegen. Man möchte Cristiano Ronaldo versöhnlich ein Tempotaschentuch rüberreichen und etwas mehr Contenance anmahnen.  Der wegge Lolli – man erinnert sich. Aber am Ende gewinnt ManU trotzdem. Ihmzumtrotz. Und augenblicklich gewinnt auch  das Gör seinen Übermut zurück und drängelt sich fast noch vor seinen Chef, als es ans Medaillenverteilen geht. Nun könnte es sein, er hat an dem Abend was gelernt. Mannschaftssportart und so. Der portugiesischen Nationalmannschaft würde ich das sehr wünschen.