Monthly Archive for April, 2008

Fußball als literarisches Motiv: Karl Mickel.

Fred hat mal die “Kleine Anthologie der Fußballpoesie” geschrieben. Hab ich ´n Jahr lang drüber nachgedacht, und seit gestern weiß ich, dass da was fehlt. Im “Stück zum Spiel” erwähnt, es gibt auch eine literaturwissenschaftliche Magisterarbeit drüber, vermisse ich Karl Mickel.

Wohin mit BFC? -In Gully.
Was sollnse dort? -Stinken. -Wie lange? -Ewig.
Wohin Union? -In Himmel.
Was sollnse dort? -Leuchten. -Wie lange? -Ewig.

[Karl Mickel: Dritte Ode]

Sollte wer den vollständigen Text aufstöbern: Danke, sehr gerne.

Ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren.

Dann hätten ich und jemand, den ich kenne, gestern was anderes gemacht als das hier:

(Heißen Dank dem location scout!)

Das singende, klingende Sonntagsrätsel (3).

Neulich abend, in meiner Lieblingsgastronomischeneinrichtung, habe ich Kindheitserinnerungen ausgetauscht. Nicht, dass ich meine weggegeben hätte, um die von jemand anders zu bekommen: nee, ein altes Ostbrot, älter noch als ich, und Rundfunkmensch, hatte sich an den Tresen verirrt, saß zu meiner Rechten, redete so unbeirrbar, dass sich meine Wortbeiträge auf “ach watt, sach´ bloß” und “jibsjanich” beschränkten – und siehe da, er kannte es auch, das Sonntagsrätsel.

Was ich nicht wusste und seitdem aber weiß, ist das hier:

Das Sonntagsrätsel wurde von Hans Rosenthal erfunden und von ihm nach der Premierensendung am 7. März 1965 einige Jahre unter dem Namen Das klingende Sonntagsrätsel im Programm des berliner Rundfunksenders RIAS 1 moderiert. Zunächst war die Sendung nur für eine kurze Zeit vorgesehen, um anhand der Antwortbriefe die Anzahl der RIAS-Hörer in der DDR feststellen zu können.

[Wikipedia: Sonntagsrätsel]

Huchala, dachte ich – da ist mir ja wieder was passiert.

-Wollt ihr jetzt eigentlich trotzdem noch eins? Ich verrat auch keinem, wo ihr wohnt. Pionierehrenwort!

[x] Flieger, grüß mir die Sonne
[ ] Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund
[ ] Über den Wolken

(Weil ihr sowieso schon wieder alle Bescheid wisst, spendier ich zur Auflösung noch´n besonders schönes Lied.)

Ein Hinweisschild hochhalten.

Heute mach ick ma ja nüscht. Weil, es hat heut schon wer anders was für mich getan. Auf Spreeblick. Da gibts einen wunderschönen Artikel über die Alte Försterei, und die Leute in dem Text – die kenn´ ick ooch alle. Bitte hier entlang.

(Übrigens gabs dieses Wochenende schönwetterbedingt reichlich Löwenzahn statt Pfützen auf den Stehtraversen. Wollts bloß erwähnt haben.)

Ich fing den bärtigen Delfin.

Was ich gestern eigentlich machen wollte:

1) Gegen Cottbus II gewinnen.
2) Ohne Alkohol lustig sein.
3) Ein Feature über bärtige Männer.

Aber die Aktion “Wir rasieren uns erst wieder, wenn wir aufsteigen” scheint mir momentan keine so ganz glückliche mehr. Und die Überschrift “Alle, die Hölle und Teufel nicht fürchten, müssen Männer mit Bärten sein” ist genauso aus dem Rennen, wie sich die Kaperfahrt Kurs zweite Liga gestern gewissermaßen erledigt hat.

Weil, hilft ja nüscht, wenn das einzige, was perfekt ist, die Accessoires sind.

Du bist ganz schön bedient, hast Du zu mir gesagt.

Keiner, wirklich niemand, muss gegen die Zweite von Cottbus verlieren.

Dem Morgenrot entgegen.

Richtiger Optimismus ist das aber auch nicht:

Christian Beeck, Sportdirektor beim 1. FC Union Berlin, sagt: »Wenn wir es nicht schaffen, ein Team zu stellen, das mit der U23 eines Bundesligisten konkurrieren kann, haben wir in der 3. Liga eben nichts verloren.«

Tim Jürgens, Robert Mucha und Benjamin Apitius, 11Freunde: Die Kollaps-Liga

Mein lieber Herr Gesangsverein Sportdirektor, ich möchte bitte motiviert (siehe auch »Klinsmann-Effekt) werden! Ich will Parolen hören, “Vom Acker direkt auf die Rasenheizung”, “Wir sind Unioner, wir schaffen das”, oder kleine Motivationsschübe à la “Diesmal haben wir es gründlich überdacht” mit ´nem Foto von Block J drunter – und vielleicht mit etwas mehr als ´ner Blockfahne drüber. Bißchen Opium braucht das Volk schon.

Heimatkunde.

Das deutsche Wort Heimat verweist auf eine Beziehung zwischen Menschen und Raum. (wikipedia: Heimat)

Sorgen, die ich gerne hätte.

Von der Hertha lernen heißt Miete mindern lernen:

In der Mängelliste listet Hertha u.a. eine mangelhafte Beschallung und Ausleuchtung im VIP-Foyer Süd auf, was mit über 37.000 Euro zu Buche schlägt, sowie fehlende rutschfeste Matten im Spielergang, deren Anmietung Hertha mit über 24.000 Euro veranschlagt.

[Quellen: rbb / SportBild]

Hey, Jungs, euch kann geholfen werden: 42 Teelichter Tindra in herthahellblau gibts bei IKEA für 3,99 EUR. Und den Flokati könnt ihr für für günstige 15,50 EUR pro Stück erwerben.

Und diese Biene, die ich meine …

… die heisst Maja und darf jetzt doch bei uns zu Besuch kommen. Persönlich. Und mit Personalausweis. Aber ohne Willi.

Ich weiß nicht, ob solche Geschichten im Vorfeld eines Fußballspiels wirklich zur Friedenssicherung im Stadion beitragen. Selbst wenn am 8. Mai Dresdner und Unioner einander mit Gänseblümchen bewerfen, gemeinsam Gras rauchen und mit buntbemalten VW-Bussen im Korso an die Ostsee zu fahren beschließen, haben (fast) alle diese Schlagzeilen das ihrige getan, um dem Rest der Republik zu vermitteln, wie Fußball im Osten ist. Nämlich so gefährlich, dass er nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt werden kann.

“Es ist dem Steuerzahler einfach nicht mehr zu erklären, warum wir ein Spiel in einer unteren Liga mit massiven Polizeiaufgeboten betreuen müssen.”

[Zitat Polizeisprecher Bernhard Schodrowski in Christoph Ruf: 3000 Mal Stadionverbot, Spiegel online]

Letztlich sind es solche Sätze, die im Gedächtnis haften bleiben.  Und das, obwohl durchaus sehr viel Konstruktives geschrieben wurde.

[Das ganze Ausmaß des Kindertheaters kann man hier chronologisch nachlesen: Berliner Kurier, Spiegel, Der Hönower, Union-Homepage, 11Freunde]