Den Begriff prägte Cherrill Heaton* in einer Studie über das Singen der Fans bei Basketballspielen. Gemeint ist damit das zuverlässige Treffen der Tonhöhe durch eine große Menschengruppe ohne Stimmgabel oder Dirigent. Nach Heaton ist es der kleinste gemeinsame Nenner aller Stimmlagen und -geschlechter. Reinhard Kopiez** erklärt das selbe Phänomen für Fußballspiele mit dem “kollektiven Tonhöhengedächtnis”.
Na denn: Den Sieg vor den Augen / den Blick weit nach vorn … auf zum Großgruppenpräsizionssingen am Sonnabend in Düsseldorf!
*Cherrill P. Heaton: Air ball. Spontaneous large-group precision chanting. Popular Music & Society 1992, S.81-83.
** Reinhard Kopiez: Fußball – und was die Deutschen so dabei singen, oder: die Lieder des Volkes sind keine Volkslieder, Musica 1990, S.357-364.
Den Begriff prägte Cherrill Heaton* in einer Studie über das Singen der Fans bei Basketballspielen. Gemeint ist damit das zuverlässige Treffen der Tonhöhe durch eine große Menschengruppe ohne Stimmgabel oder Dirigent. Nach Heaton ist es der kleinste gemeinsame Nenner aller Stimmlagen und -geschlechter. Reinhard Kopiez** erklärt das selbe Phänomen für Fußballspiele mit dem "kollektiven ...
Georg Krause und Matti Michalke haben seit 1993 [EISERNE] MENSCHEN fotografiert. Der daraus entstandene Bildband ist eigentlich ein Familienporträt.
Ein paar Sachen, die mir Matti heute zum Drübernachdenken für die Diplomarbeit mit auf den Weg gegeben hat:
Das Individuum geht verloren. Der Stadionsprecher bedankt sich gegen Ende des Spiels bei sechstausendfünfhundert Stück Mensch, für sechstausendfünfhundert Mal zehn Euro – und nicht bei sechstausendfünfhundert Mal einem Menschen, der mit Herzblut dabei ist.
Fußballkultur kommt von unten.
Im Stadion hast Du den Eindruck, Du wärst dabei, Du könntest Einfluss nehmen. Du bist nicht Block B, Reihe 7, Platz 12. Und wenn Du rufst “Patsche, Hintermann” – es kann ja sein, dass er das tatsächlich hört.
Wo sonst in der Gesellschaft gibt es diese Bereitschaft zu leiden? Zu sagen “Ich nehme die Niederlage an”? Wo sonst hält die Niederlage vom vorigen Wochenende, der Abstieg in der letzten Saison niemanden davon ab, trotzdem wieder hinzugehen?
Wer richtig Fußball spielt, haut nicht mehr.
Danke dafür!
Georg Krause und Matti Michalke haben seit 1993 MENSCHEN fotografiert. Der daraus entstandene Bildband ist eigentlich ein Familienporträt.
Ein paar Sachen, die mir Matti heute zum Drübernachdenken für die Diplomarbeit mit auf den Weg gegeben hat:
Das Individuum geht verloren. Der Stadionsprecher bedankt sich gegen Ende des Spiels bei sechstausendfünfhundert Stück Mensch, für sechstausendfünfhundert ...