Stichwort Textilvergehen: Lass uns ĂĽber KleidungsstĂĽcke reden!
Die Studenten der portugiesischen Universitäten tragen Uniformen. Das sind weißes Hemd, Weste, Krawatte, Anzug und schwarze Schuhe für die Männer, und weiße Bluse, Weste, Krawatte, halbhohe Pumps und Kostüm für die Frauen, und beide tragen in Coimbra bodenlange schwarze Umhänge. Das sind die capas. Es ist kein Zufall, dass die Fledermaus das Maskottchen der örtlichen Erstligafußballmannschaft ist.
Um mal eine Lanze für seltsame Sitten zu brechen: capas sind praktisch, und sie sehen extrem gut aus. Man kann sie anziehen, wenn´s kalt ist, man kann drauf rumliegen, wenn es warm ist.
Die Studenten des letzten Jahrganges haben nicht nur die Uniformen und die schwarzen Umhänge, sondern auch Zylinder, Stock und Schleife in der Farbe ihrer Fakultät. Aus Gründen, die erstmal nicht so offensichtlich sind, darf man mit der bengala auf den chapeu hauen. Fragst Du warum, sagen sie: alte Tradition. Portugiesen halt.

Schon seit dem cortejo (Festumzug) schwankende Gestalten allerorten. Wem es bei knapp 70 Wagen voller Freigetränke aller Sorten nicht gelingt, binnen einer dreiviertel Stunde so dunkelblau zu sein wie der Himmel hellblau ist, für den kann nichts mehr getan werden. Der muss zurück in sein Büro. Der Rest der Stadt feiert den Ausnahmezustand. Es ist mitten in der Woche, früher Nachmittag, alle Läden sind zu, die Leute sitzen auf Klappstühlen am Straßenrand und kucken. Und trinken. Und dann kucken sie wieder. Und dann holen sie neue Getränke. Und immer so weiter, bis abends um acht, bis der letzte Wagen durch die Stadt gefahren ist. Die älteren gehen dann nach Hause, die jüngeren gehen essen. Und dann wieder trinken. Und tanzen. Und trinken. Und irgendwann sehen sie so aus wie unten auf dem Bild.
